Kleine Kaffeekunde

Allerlei Wissenswertes über Kaffee

Entdeckung des Kaffee

KaffeebohneKaffee ['kafe, ka'fe:] (türk. kahve aus arab. qahwa „anregendes Getränk“) ist ein schwarzes, koffeinhaltiges Heißgetränk, das aus gerösteten (Röstkaffee) und gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wird.

Die Geschichte des Kaffees vor dem Jahr 1000 ist nicht dokumentiert; es gibt jedoch zahlreiche Geschichten über die Entdeckung. Alle Geschichten handeln jedoch erstaunlicherweise nicht vom Geschmack des Kaffees, sondern von seiner anregenden Wirkung. Eine plausible Geschichte ist folgende: In der Legende, die der Maronitenmönch Faustus Naironus Banesius, ein gebürtiger Syrer, 1671 aufzeichnet, wird der Kaffee durch das auffällige Verhalten einer Viehherde entdeckt. Hirten aus Kaffa (Abessinien) beklagten sich bei den Mönchen eines nahegelegenen Klosters, dass ihre Tiere bis nachts keine Ruhe finden würden und überhaupt keine Müdigkeit zeigten. An der Stelle, wo die Tiere grasten, fanden die Mönche eine dunkelgrüne Pflanze, die grüne, gelbe und rote kirschenartige Früchte trug, von denen die Tiere gefressen hatten. Die Mönche probierten von den Kirschen, schmeckten jedoch nur den bittersüßen Geschmack des Fruchtfleisches und bissen zudem auf die Rohbohnen, mit denen das Vieh als Wiederkäuer keine Probleme hatte. Die Mönche spuckten die Bohnen ins offene Feuer und nahmen bald darauf einen herrlichen Geruch wahr. Alsbald fand man heraus, dass die in einem Mörser zermahlen und aufgegossenen Bohnen während der nächtlichen Gebete wach hielten.

Die Kaffeepflanze

Rohkaffee wächst auf Sträuchern der Pflanzenfamilie Coffea. Die Blüte ist weiß. Aus ihr und dem nachfolgenden Fruchtansatz lassen sich schon frühzeitig die zu erwartenden Ernteerträge vorhersagen. Die reife, rote Frucht enthält zwei Kerne, die Kaffee-Bohnen. Der Kaffee hat seinen Ursprung in Afrika und wird heute in mehr als 50 Ländern der Tropen und Subtropen angebaut. Die Hauptsorten sind Arabica und Robusta.

Ursprünge

Alle Coffea-Arten haben ihren Ursprung in Afrika. Die am längsten bekannte wild wachsende Art ist der Arabica-Kaffee. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im südwestlichen Hochland Äthiopiens sowie im angrenzenden Boma Plateau im Sudan. Dort gedeiht er als Unterwuchs in kühlen schattigen Wäldern in Höhenlagen zwischen 1.300 bis 1.800 m über NN. Andere Wildarten wachsen in der tropischen Regenwaldvegetation. So wurde wild wachsender Robusta-Kaffee 1889 im Kongo entdeckt. Aber auch in einigen anderen Regionen Westafrikas nahe des Äquators kommt er verstreut vor.

Arabica

Der erste systematische Kaffee-Anbau der Sorte Arabica wurde im 15. Jahrhundert in Terrassengärten im Südjemen betrieben. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Monopolstellung der Araber beim Kaffee-Anbau durchbrochen und der Arabica-Kaffee verbreitete sich nach und nach über Sri Lanka, Java und Südamerika weltweit. Kultiviert wird die Sorte Arabica heute fast überall zwischen dem 23. Grad nördlicher und 25. Grad südlicher Breite in Amerika, Afrika, Asien und Ozeanien. Die mengenmäßig wichtigsten Arabica-Produzenten sind Brasilien, Kolumbien, Guatemala, Mexiko und die übrigen Staaten Zentralamerikas.

Robusta

Da Robusta kälteempfindlicher als Arabica ist, beschränkt sich sein Anbau auf Gebiete zwischen dem 10. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators. Oft sind die Kulturen auch im Flachland angelegt. Die ersten Plantagen mit Robusta-Pflanzen wurden um das Jahr 1900 auf Java (heute zu Indonesien gehörend) angelegt. In Ländern wie Vietnam, Indonesien, Uganda und der Elfenbeinküste werden die größten Robusta-Mengen produziert.

Anbaugebiete

Viele Anbaugebiete der Arabica-Pflanze liegen 600 bis 1.200 m über dem Meeresspiegel. Robusta gedeiht hingegen besser in niedrigen Höhenlagen, zwischen 300 und 800 m über dem Meeresspiegel. Die Voraussetzungen für die charakteristischen Wachstumsbedingungen der Kaffeesträucher sind nur in einem Gürtel um den Äquator bzw. zwischen den Wendekreisen des Krebses und des Steinbocks gegeben. Besonders wertvoll sind Kaffees, die in hohen Lagen wachsen. Diese so genannten Hochlandkaffees, ausschließlich Arabicas, zeichnen sich aufgrund der speziellen Wachstumsbedingungen durch eine besonders feine Säure und einen hervorragenden Geschmack aus

Zubereitung

Ob im Hause oder beispielsweise in einem Café serviert, immer hängt die Qualität des Kaffeegetränks von drei grundlegenden Dingen ab:

  • der Rohkaffeemischung
  • dem Röstprodukt
  • der Art der Zubereitung

Aroma und Wohlgeschmack des Kaffees werden von vielen Faktoren beeinflusst:

  • dem Aufgussverfahren und den Kaffeemaschinen
  • der Qualität des Röstkaffees
  • dem Mahlgrad
  • der Dosierung
  • der Qualität des Wassers
  • der Brühtemperatur und -zeit
  • der Standzeit (Aufbewahrung)
  • der Lagerung